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Werfen Sie einen Blick auf die vergangenen Sonderausstellungen im LVR-RömerMuseum.
Vom 18. April bis 8. August 2010 zeigte das LVR-RömerMuseum zusammen mit dem Kunstverein Xanten e. V. eine Rauminstallation des Bildhauers Andreas Bee.
Blick in die Rauminstallation (Foto: Helmut Winterfeld).
Der Düsseldorfer Bildhauer Andreas Bee hat eigens für das LVR-RömerMuseum eine aufwändige Rauminstallation erstellt, die auf überraschende Weise die Themen Ausgrabung, Entdeckung und Mythologie vereint. Der Ausstellungstitel ist Referenz des Künstlers an den historischen Schauplatz inmitten der römischen Thermen: „Lavabo" übersetzt der Lateiner frischweg mit „Ich werde waschen". Beim Ritus der Handwaschung eines Priesters in der Heiligen Messe sind damit sakrale Gefäße - Waschbecken und Kanne – sowie die symbolische Reinigung verbunden. Tatsächlich geben die freigelegten Fundamentmauern der römischen Thermen jedoch kein leibhaftiges Bädererlebnis her. Um ein Bild der einstigen Anlage vor dem geistigen Auge der Besucher zu evozieren, bedarf das Museum einer aufwändigen Konzeption - Bee erweitert als Künstler den Blick auf das Spezifische des Ortes.
Zu Beginn der Ausstellung zitiert ein hoher Bauzaun eine Situation, wie wir sie in heutigen Großstädten erleben: Bretterzäune, in denen Astlöcher den neugierigen Blick auf das Innere freigeben. Hinter einer schmalen Tür offenbart sich dem eintretenden Zaungast unerwartet eine sakral anmutende dreischiffige Rauminstallation, die als eine Art Grabungsstätte aufgeladen ist. Das Zentrum beherrscht eine immens große Waschschüssel; ein rotes Handtuch liegt bereit. Überdimensionale Amphoren und Keramiken von fabelwesenhaften Tiergestalten umgeben den Gang durch den Raum, wirken seltsam befremdlich, nicht von dieser Welt.
Das ausgewogene Verhältnis antiker und moderner Formelemente, deren Repertoire in hellen Holz- und Weißtönen wie aus einem Guss zusammengezogen ist, bietet Anklänge an eine Kultstätte, echt römisch ist allein das altehrwürdige Mauerwerk der Ausstellungshalle. Die Intensität begehbarer Rauminstallationen wurde mit „Haus Ur" von Gregor Schneider in der Kunstwelt zu einer festen Größe, doch selten spielen so viel ureigenes Augenzwinkern und Gespür für den Ort mit, wie bei „Lavabo" von Andreas Bee.
Ein gebundener Katalog zur Ausstellung ist an der Museumskasse erhältlich (61 Seiten, 15 €).
Vom 22. November 2009 bis 21. Februar 2010 zeigte das LVR-RömerMuseum zusammen mit dem Kunstverein Xanten e. V. seine erste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Die renommierte Bildhauerin Hede Bühl präsentierte ihre Skulpturen aus Bronze, Marmor und Eisen.
Blick in die Ausstellung „Hede Bühl. Skulpturen"
Hede Bühl gehört zu den ersten Bildhauerinnen einer sich etablierenden Künstlergeneration der 60er-Jahre. In ihren Skulpturen setzt sich die Meisterschülerin von Joseph Beuys mit dem menschlichen Körper und vor allem mit dem menschlichen Kopf auseinander. Seit vier Jahrzehnten schafft sie bandagierte Köpfe, die in ihrer eigenen Formensprache zu ihrem unverkennbaren Markenzeichen geworden sind: Die kleinsten haben die Umrisse einer Faust, die größten sind monumentale, tonnenschwere Skulpturen aus Bronze, Marmor oder Eisen. Diese stummen Köpfe geben nichts preis und vermitteln dennoch eine immense innere Kraft und archaische Ruhe. Drei ihrer monumentalen Werke sind im Museum ausgestellt.
Im Zentrum der Ausstellung steht eine Gruppierung von 25 Skulpturen. Ihre Aufstellung fordert die Betrachter auf, durch ein dichtes Skulpturenfeld zu wandeln. Dabei tritt das Ensemble in einen spannenden Dialog mit den rauen Oberflächen der gewaltigen römischen Fundamentmauern des Museums. Fünf großformatige Zeichnungen runden den Blick auf das künstlerische Schaffen Hede Bühls ab. Zur Ausstellung erscheint ein mehr als 100 Seiten starker Katalog, der einen Überblick über das Schaffen Hede Bühls gibt.
Das bildhauerische Werk Hede Bühls wurde ausgezeichnet mit dem Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste (Berlin), dem Villa-Romana-Preis (Florenz), dem Villa Massimo Stipendiat (Rom) und dem Großen Preis für Skulptur der Triennale Neu-Delhi. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen und Museen des In- und Auslands vertreten. Hede Bühl lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Vom 24. April bis 30. August 2009 zeigte das neue LVR-RömerMuseum seine erste archäologische Sonderausstellung. Mit großem Erfolg: Wir bedanken uns herzlich bei 201.975 Besucherinnen und Besuchern!
Waren römische Grabsteine grau oder farbenfroh? Welche Besonderheiten zeigt die Ausrüstung des Marcus Caelius? War der Zenturio mit 53 Jahren ein Greis? Welche Rolle spielte sein Grabstein für die Nachwelt?
Der römische Zenturio Marcus Caelius hatte im langjährigen Dienst bei den Legionen bereits vieles erlebt. Für seinen Mut und seine Tapferkeit im Kampf war er vielfach ausgezeichnet worden. Doch als er 9 nach Christus am Feldzug des Varus tief in den germanischen Wäldern rechts des Rheins teilnahm, war alle Erfahrung vergebens. Annähernd 20.000 römische Soldaten fanden den Tod im Hinterhalt germanischer Krieger unter der Führung des Arminius. Diese katastrophale Niederlage hatte weit reichende Auswirkungen auf die europäische Geschichte, sie war der Wendepunkt für Roms Eroberungspläne in Germanien: In der Folge zogen die Legionen sich dauerhaft an den Rhein zurück, und die germanischen Gebiete bis zur Elbe blieben frei von römischer Herrschaft.
Genau 2.000 Jahre später nehmen das LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten und das LVR-LandesMuseum Bonn das historische Ereignis zum Anlass für eine gemeinsame Ausstellung. In deren Mittelpunkt steht das einzige sichere archäologische Zeugnis eines in der Varusschlacht Gefallenen - der Grabstein des Marcus Caelius. „Er fiel im Varuskrieg" berichtet die Inschrift auf dem bereits 1620 bei Xanten gefundenen Stein. Ein Leergrab, denn Marcus Caelius kehrte nie an den Rhein zurück.
Der Caelius-Stein ist jedoch nicht nur als „einziger Zeuge" der Varusschlacht von überragender Bedeutung. Er ist zugleich eines der frühesten Werke römischer Bildhauerkunst nördlich der Alpen. Die detailreiche Bildszene und die mehrzeilige Inschrift werfen Schlaglichter auf die Welt, in der Marcus Caelius lebte. Zahlreiche Funde aus dem Rheinland und Leihgaben aus zwanzig europäischen Museen beleuchten die Zeit des Kaisers Augustus an der Rheingrenze. Die Ausstellung zeigt Waffen und Ausrüstungsteile der untergegangenen Legionen, Steindenkmäler aus Bologna, der Heimat des Caelius, Werkzeuge, Götterbilder und eine Reihe von selten ausgestellten Exponaten zur Rezeption des Grabdenkmals seit dem 17. Jahrhundert. Ein Katalog und spannende Mitmach-Führungen für jüngere Besucherinnen und Besucher begleiten die Ausstellung.
Vom 24. April bis 30. August 2009 im LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten. Die Ausstellung wurde anschließend vom 24.09.2009 bis 24.01.2010 im LVR-LandesMuseum Bonn gezeigt.
