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Vor drei Jahren wurde das neue LVR-RömerMuseum im APX eröffnet. Auch nach der Eröffnung hat das Museumsteam alle Hände voll zu tun.
Der Archäologe Dr. Marcus Reuter (im Bild zweiter von links) ist seit Mai 2011 Nachfolger von Dr. Hans-Joachim Schalles als Leiter des LVR-RömerMuseums. Zum APX war er bereits 2005 gekommen. Seitdem war er an der Planung und Errichtung des neuen Hauses maßgeblich beteiligt. Neben der Vorbereitung künftiger Ausstellungen besteht eins seiner Ziele für die kommenden Jahre darin, die Kooperation mit renommierten Museen aus dem In- und Ausland kräftig auszubauen. Im wissenschaftlichen Bereich hat Marcus Reuter sich unter anderem auf die Fahne geschrieben, die bislang unpublizierten Funde aus der Dauerausstellung zu veröffentlichen. Daneben bereitet er eine Monographie zur Geschichte der 30. Legion vor.
Der Archäologe Dr. Dirk Schmitz (im Bild rechts) hat ebenfalls bereits an der Planung und Realisierung des LVR-RömerMuseums mitgewirkt. Momentan ist er mit der Konzeption eines Entdeckerforums und eines neuen Ausstellungsbereiches zur Gladiatur beschäftigt.
Das Team wird komplettiert durch den Archäologen Dr. Patrick Jung (im Bild links) und die Archäologin Dr. Gabriele Schmidhuber, die ein wissenschaftliches Volontariat im APX absolvieren.
Tausende von Funden kommen bei den Ausgrabungen in der römischen Stadt jährlich ans Tageslicht. Den überwiegenden Teil bilden Keramikscherben und Knochen. Einige hundert gelangen als so genannte Sonderfunde umgehend in die Restaurierungswerkstatt.
Bei den Funden handelt es sich um Metallobjekte wie Münzen, Beschläge oder Nägel, um zerscherbte Gefäße aus Ton oder Glas. Besonders empfindlich sind organische Überreste aus Holz oder Leder. In ihrer Gesamtheit haben alle Funde einen hohen Stellenwert für die wissenschaftliche Auswertung der Grabungen. Sie sind ebenso wie die Überreste der römischen Bauten das Bindeglied zwischen den damals lebenden Menschen und uns heute.
Im APX sorgt die Restauratorin Petra Becker (im Bild rechts) für die fachgerechte Behandlung der Funde. Sie erlernte zunächst den Beruf einer Goldschmiedin und absolvierte anschließend ihre Ausbildung zur Restauratorin in Trier und Mainz. 1995 baute Petra Becker die Restaurierungswerkstatt des APX auf. Seitdem gingen unzählige Funde durch ihre Hände: vom grünlichen Bronzeklümpchen, das ein menschliches Antlitz offenbart, bis hin zur römischen Herdstelle, die sie als tonnenschweren Block bergen musste.
Unterstützt wird Petra Becker seit Mai 2011 von der Diplomrestauratorin Sandra Kaufhold (im Bild links). An ihrem Beispiel zeigen sich die weiten Wege, die Fachleute für Ihre Berufung heutzutage auf sich nehmen: Zum Abschluss ihres Studiums in Berlin hatte sie ihre Diplomarbeit 2010 beim Archäologischen Dienst des Kantons Bern in der Schweiz erstellt, um nun ihre neue Tätigkeit am Niederrhein aufzunehmen. Ihre ersten beruflichen Schritte beim APX führten Sandra Kaufhold direkt auf ein „Gefährliches Pflaster": Zusammen mit Petra Becker bereitete sie die archäologischen Funde und die Vitrinen für die aktuelle Sonderausstellung vor.
Die Arbeit der Restauratorinnen sorgt in unterschiedlicher Weise für Klarheit und Substanzerhalt. Viele Verfahren dienen der Entfernung von Korrosion und Schmutz. Bei einigen kommen technische Geräte wie Exikkator, Ultraschallskalpell oder eine Mikrosandstrahlanlage zum Einsatz, bei anderen eher herkömmliche Werkzeuge wie Spachtel und Pinsel. Oberflächen wollen gereinigt, Zerbrochenes geklebt und ergänzt werden. Andere Verfahren dienen mehr dem Erhalt der Funde. Schädliche Salze müssen in langwierigen Prozessen gelöst und Oberflächen mit Schutzschichten überzogen werden. Klimatische Bedingungen und Schadstoffbelastung werden lückenlos kontrolliert und korrigiert, um immer optimale Bedingungen zu erhalten. Außerdem müssen nicht nur frisch ausgegrabene Funde behandelt werden, auch die in den Depots schlummernden Funde und die ausgestellten „Stars" brauchen permanent restauratorische Betreuung.
Der Grafiker ist einer der gefragtesten Kollegen im Hause. Alle Abteilungen des APX klopfen an seine Tür, wann immer Funde gezeichnet, Publikationen bebildert, Texttafeln illustriert oder neue Erkenntnisse über die Ausgrabungen und Bauten visualisiert werden sollen.
Bei seiner Erfahrung weiß Horst Stelter genau, worauf es den Kolleginnen und Kollegen ankommt, schließlich hat er schon dreißig Dienstjahre im APX geleistet. Die ersten zwölf davon hat er in den Ausgrabungen verbracht. Sein Repertoire reicht von maßgenauen Dokumentationszeichnungen für wissenschaftliche Publikationen über Grafiken für die museale Präsentation bis hin zu anschaulichen Lebensbildern für Groß und Klein. Die meisten Grafiken und Zeichnungen im Park und viele Illustrationen auf dieser Homepage stammen aus seiner Feder.
